Allein.
Man hat mich vergessen.
Ich war nicht der Erste hier,
aber der Erste, der vergessen wurde. Damals, als alles begann, dachte
ich noch, ich hätte besonderes Glück gehabt, als ich
bei den Aufnahmeprüfungen als Einziger durchkam. Mein ganzes
Leben hatte ich auf der Straße verbracht, auf der kalten,
einsamen Straße, nie mit mehr als dem Nötigen um zu
überleben, und so nahm ich natürlich die Chance, die
sich mir bot, an, ohne viel zu überlegen. Selbst wenn ich es
getan hätte, hätte es mich wohl nicht weit gebracht.
Zwei Jahre Vorbereitung, eine kurze Zeit intensive Arbeit und dann
würde mir ein glückliches Lebensende winken. Wer
träumt nicht davon? Die Vorbereitung war natürlich
hart, aber da ich der Einzige gewesen war, der durchgekommen war, hatte
ich Ansporn genug.
Als der große Tag
schließlich kam, war ich gut genug vorbereitet und wurde an
Bord geschafft. Es war keine Presse da, das Projekt sollte streng
geheim bleiben.
War die eigentliche
Intensivphase erst mal vorbei, hatte ich quasi nichts mehr zu tun.
Alles lief auf Autopilot und es ging nichts kaputt, und dank der
Vorbereitung kam ich auch mit dem anderen Druck problemlos klar.
Ich zog das ganze Programm
durch, machte alle Experimente, Fotos, schickte Sonden aus, forschte,
half an den nötigen Stellen und aktualisierte die
Landmarkierungen. Ich gab alle meine Kräfte, all meine
Konzentration her. Und jetzt sitze ich hier seit drei Monaten, der
Autopilot ist hin, und ich schicke unermüdlich mein
„SOS!“ und mein „Paris?“ aus.
Doch es kommt keine Antwort mehr. Es kam keine und es wird auch keine
mehr kommen.
Man hat mich vergessen.
Ich bin alleine, Welt.
Sie hat mich verlassen.
Vergessen.
Jetzt sitze ich hier einsam in diesem Dreckslocj mit nichts als meinem Eigentum. Und alles was wichtig ist, ist leer, ist weg, ist vergessen.
Jetzt gibt es einen Anderen, der sich für eine Weile fühlen kann, als wäre er etwas Besonderes. Lebt eine Weile im Luxus der Selbstüberschätzung. Bis auch er allein ist.
Verlassen.
Einsam.
Vergessen.























