Ich darf dasIch lebe in ner WeltIch hasseTja - rundes Ding
Ich vergesseUtopiaNordsternLieber Naiv
Weißer NebelVier PoesienStift und PapierWir Sumpf
Der Mann mit dem AkkordeonKann nicht andersBar jeder WirklichkeitSprechwerte
Eine Stunde LiebeViertelstunde Glücklich8 Minuten Dunkel4 Minuten Himmel
2 Minuten StilleWie ich das Alphabet lernteKennst du das

Allein.


Man hat mich vergessen.
Ich war nicht der Erste hier, aber der Erste, der vergessen wurde. Damals, als alles begann, dachte ich noch, ich hätte besonderes Glück gehabt, als ich bei den Aufnahmeprüfungen als Einziger durchkam. Mein ganzes Leben hatte ich auf der Straße verbracht, auf der kalten, einsamen Straße, nie mit mehr als dem Nötigen um zu überleben, und so nahm ich natürlich die Chance, die sich mir bot, an, ohne viel zu überlegen. Selbst wenn ich es getan hätte, hätte es mich wohl nicht weit gebracht. Zwei Jahre Vorbereitung, eine kurze Zeit intensive Arbeit und dann würde mir ein glückliches Lebensende winken. Wer träumt nicht davon? Die Vorbereitung war natürlich hart, aber da ich der Einzige gewesen war, der durchgekommen war, hatte ich Ansporn genug.

Als der große Tag schließlich kam, war ich gut genug vorbereitet und wurde an Bord geschafft. Es war keine Presse da, das Projekt sollte streng geheim bleiben.
War die eigentliche Intensivphase erst mal vorbei, hatte ich quasi nichts mehr zu tun. Alles lief auf Autopilot und es ging nichts kaputt, und dank der Vorbereitung kam ich auch mit dem anderen Druck problemlos klar.
Ich zog das ganze Programm durch, machte alle Experimente, Fotos, schickte Sonden aus, forschte, half an den nötigen Stellen und aktualisierte die Landmarkierungen. Ich gab alle meine Kräfte, all meine Konzentration her. Und jetzt sitze ich hier seit drei Monaten, der Autopilot ist hin, und ich schicke unermüdlich mein „SOS!“ und mein „Paris?“ aus. Doch es kommt keine Antwort mehr. Es kam keine und es wird auch keine mehr kommen.

Man hat mich vergessen.
Ich bin alleine, Welt.
Sie hat mich verlassen. Vergessen.

Jetzt sitze ich hier einsam in diesem Dreckslocj mit nichts als meinem Eigentum. Und alles was wichtig ist, ist leer, ist weg, ist vergessen.
Jetzt gibt es einen Anderen, der sich für eine Weile fühlen kann, als wäre er etwas Besonderes. Lebt eine Weile im Luxus der Selbstüberschätzung. Bis auch er allein ist.

Verlassen.
Einsam.
Vergessen.